10:00
Kasachstans Rohölproduktion stieg im Juni auf 1,92 Millionen Barrel pro Tag, wobei die Produktionssteigerungen in zwei großen Ölfeldern die Auswirkungen verlängerter Wartungsarbeiten ausglichen.Nach vorläufigen Daten erreichte die Gesamtproduktion von Erdöl und Erdgas-Kondensat in Kasachstan im Juni 8,59 Millionen Tonnen, was einem Tagesdurchschnitt von 2,16 Millionen Barrel entspricht, ein Anstieg von 2 % im Vergleich zu 2,12 Millionen Barrel pro Tag im Mai. Die Rohölproduktion (ohne Kondensat) stieg von 1,88 Millionen Barrel pro Tag auf 1,92 Millionen Barrel pro Tag, ein Zuwachs von etwa 1,7 %.Die drei wichtigsten Ölfelder des Landes zeigten unterschiedliche Entwicklungen. Das riesige Tengiz-Ölfeld, das von einem von Chevron geführten Konsortium betrieben wird, steigerte seine Produktion um 3,7 % auf 3,62 Millionen Tonnen (entspricht 961.000 Barrel pro Tag) und war damit der wichtigste Treiber für den Produktionsanstieg im Juni. Die Produktion des Karachaganak-Ölfelds stieg um 6 % auf 256.000 Barrel pro Tag und verzeichnete damit den größten Zuwachs.Die Produktion des Kashagan-Ölfelds sank leicht um 0,2 % auf 400.000 Barrel pro Tag. Die ursprünglich für Juni geplante 30-tägige Wartungsstilllegung wurde jedoch von den Behörden auf 2027 verschoben, was das kurzfristige Risiko von Lieferunterbrechungen beseitigt und die Produktionsstabilität zusätzlich unterstützt.Kasachstans OPEC+-Rohölproduktionsquote lag im Juni bei 1,599 Millionen Barrel pro Tag, die tatsächliche Produktion übertraf die Quotenhöhe deutlich. Die Quote für Juli wird geringfügig auf 1,608 Millionen Barrel pro Tag angehoben, doch die aktuelle tatsächliche Produktion liegt weiterhin weit über dem Zielwert.Aus Marktperspektive mildert die stetig steigende Produktion Kasachstans in Kombination mit der verschobenen Wartung kurzfristig die Bedenken hinsichtlich eines globalen Mangels an mittleren Rohölsorten. Dennoch birgt Kasachstans anhaltende Überproduktion Konfliktpotenzial für die OPEC+-Konformität, sodass zukünftig zu beobachten bleibt, ob die Allianz ihre Forderungen nach Ausgleichs-Kürzungen für überproduzierende Mitgliedsstaaten verschärfen wird.