12:07
Die über Nacht gelockerten Geldmittel können den Druck im Juli kaum verbergen, ungewöhnliche Bewegungen bei langfristigen Anleihen und steigende Zinserwartungen treten in den Vordergrund.⑴ Der allgemein besicherte Übernachtzinssatz (GC) eröffnete mit 3,69 %, was um 1 Basispunkt unter dem Vortag liegt und um 3 Basispunkte über dem durchschnittlichen Eröffnungsniveau der letzten 10 Tage. Dies zeigt, dass der Repo-Markt einen unterstützenden Start hatte. ⑵ Nach dem Quartalsende floss ein Teil der Gelder vom Übernachtmarkt in risikoreichere Anlagen, doch der US-Feiertag am Freitag und die durch die Lage im Nahen Osten ausgelöste Risikoscheu begrenzen den Spielraum für steigende Zinssätze. Es wird erwartet, dass sich der GC-Zinssatz heute zwischen 3,69 % und 3,64 % bewegt. ⑶ Ab Dienstag nächster Woche werden die US-Staatsanleiheauktionen zu einem Mittelabfluss von 17 Milliarden US-Dollar führen, und das Treasury plant bereits den Ausbau der Emission kurzfristiger Staatsanleihen. Im gesamten Juli wird mit anhaltendem Liquiditätsentzug gerechnet, wodurch das Risiko steigender Zinssätze deutlich zunimmt. ⑷ Am Sekundärmarkt liegt die Rendite 10-jähriger Staatsanleihen 9 Basispunkte unter dem GC-Satz, was auf eine gewisse Short-Position hindeutet, während sich die Prämie 20-jähriger Anleihen stabil bei 9 Basispunkten hält. Dies deutet darauf hin, dass die längerfristigen Zinssätze bereits zuerst auf die Verknappung der Liquidität reagieren. ⑸ Die Federal Funds Futures zeigen eine Wahrscheinlichkeit von 64 % dafür an, dass die Fed den Zinssatz auf der Juli-Sitzung unverändert belässt. Die aktuellen Termin-Repo-Sätze für 1, 2 und 3 Monate liegen jedoch bei 3,743 %, 3,791 % bzw. 3,817 % und damit um 11,3 bis 18,7 Basispunkte über dem 10-Tage-Mittelwert des SOFR-Satzes von 3,63 %. ⑹ Der kurzfristige Swap-Markt (0x3 Laufzeit OIS) wird bei 3,724 % gehandelt und ist damit gegenüber dem Vortag gestiegen. Diese Bewertung impliziert eine Wahrscheinlichkeit von 38 % für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte innerhalb der nächsten 90 Tage, was eine verstärkte Erwartung für Straffung widerspiegelt. ⑺ Trotz des jüngsten Rückgangs der Ölpreise haben sich die längerfristigen SOFR-Futures (rote, grüne, blaue Kontrakte) dennoch um 4 bis 4,5 Basispunkte verbilligt, was zeigt, dass die Sorge der Märkte über langfristige Finanzierungskosten trotz Schwankungen bei Risikoanlagen nicht nachgelassen hat.