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Die globalen Lebensmittelpreise sind den zweiten Monat in Folge gesunken, während der Markt auf Veränderungen im Angebot wartet.⑴ Nach den neuesten Daten der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen ist der globale Lebensmittelpreisindex im Juni im Vergleich zum Vormonat um 0,4 % auf 130,3 Punkte gesunken und setzt damit die Rückkehr vom Dreijahreshoch im Mai fort. Er liegt immer noch 18,7 % unter dem historischen Höchststand vom März 2022.⑵ Der Getreidepreisindex zeigt den stärksten Rückgang und fiel im Monatsvergleich um 3,5 %. Der rasche Erntefortschritt im Schwarzmeerraum und die anhaltend starken Angebotsaussichten üben weiterhin Druck auf die Weizenpreise aus. Die erwartete hohe Versorgung in Südamerika und schwache Rohölpreise belasten zudem den Maismarkt, während die Nachfrage asiatischer Käufer nach Indica-Reis steigt und dadurch den Reisklassenindex entgegen dem Trend um 3,2 % steigen lässt.⑶ Die Zuckerpreise brachen um 5,7 % ein. Der Rückgang der Ethanolpreise in Brasilien veranlasst Zuckerfabriken, mehr Rohrzucker zur Zuckerherstellung zu verwenden, allerdings begrenzen Sorgen über potenzielle Auswirkungen von El Niño in Indien und Thailand die Verluste. Die Preise für Milchprodukte fielen aufgrund erhöhter Versorgung um 1,5 %.⑷ Unter den steigenden Kategorien erreichte der Fleischpreisindex im Monatsvergleich erneut ein Rekordhoch mit einem Anstieg von 0,4 %, wobei Geflügel durch die weltweit hohe Nachfrage gestützt wird. Pflanzenölpreise stiegen kräftig um 3,8 %, da die Notierungen für Palmöl und Rapsöl deutlich anzogen, teils bedingt durch die Nachfrage aus dem Biodieselbereich.⑸ Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation hält ihre Prognose für die weltweite Getreideproduktion 2026 weiterhin bei 2,983 Milliarden Tonnen. Dies entspricht zwar einem Rückgang von 1,9 % gegenüber dem Rekordniveau des Vorjahres, bleibt aber historisch gesehen der zweithöchste Wert. Das insgesamt reichhaltige Angebot hat sich damit im Grundsatz nicht geändert.⑹ Aus Sicht der Handelspsychologie richtet sich der Fokus des Marktes nach der allmählichen Verdauung des geopolitischen Konfliktaufschlags nun auf Wetterbedingungen in den Hauptproduktionsländern und die Auswirkungen der Energiepreise. Das Angebot-Nachfrage-Spiel bei Zucker und Ölen könnte zum kurzfristigen Kerntreiber der Preisvolatilität werden; in Zukunft sollte man auf substanzielle Auswirkungen durch das Fortdauern von El Niño in wichtigen Anbaugebieten achten.